Lesen Sie hier 9 Tipps für ein besseres Videobild beim Live Webcast oder Webinar.

9 Tipps für das perfekte Bild beim Live Webcast

Live Webcast und Webinar – wer es nicht schon immer tat, tut es spätestens seit dem Jahr 2020. Notgedrungen führte die halbe Welt Videokonferenzen durch. Das Home-Office war der neue Arbeitsplatz. Viele Mitarbeiter fanden sich in der Rolle vor der Kamera zu stehen. Der eigenen Webcam. Diese streamte unverhohlen alles in die weite Welt. Viele Fehler fanden statt. Nicht nur inhaltlicher oder technischer Natur. Auch optischer Natur. Damit dies in Zukunft nicht mehr geschieht, entschlossen wir uns diese 9 Tipps für das perfekte Bild beim Live Webcast weiterzugeben.



Kamera auf Augenhöhe

Auf Augenhöhe sollte die Kamera sein. Dann ist sie optimal für den Live Webcast ausgerichtet.

Die folgenden Bilder verdeutlichen, wieso Sie Ihre Kamera auf Augenhöhe haben sollten. Was passiert, wenn Sie nicht darauf achten? Dann kann man Ihnen in die Nasenlöcher schauen. Oder man guckt von oben auf das lichte Haupthaar. Oder gar das Doppelkinn von unten. Neben diesen persönlichen Aspekten wirken die unterschiedlichen Perspektiven aber auch subtil. Filmt sie die Kamera von unten, so wirken Sie erhaben über Ihr Gegenüber. Sie stehen über ihm. Filmt Sie die Kamera von oben, passiert genau das Gegenteil. Ihr Gegenüber schaut zu Ihnen herab. Die Kamera auf Augenhöhe bewirkt genau das, was Sie erreichen wollen. Sie und Ihre Gesprächspartner sind ebenfalls auf Augenhöhe. Mehr dazu finden Sie auch im Online Magazin Filmpuls, welches sich hier mit dem Thema Kameraperspektive beschäftigt.

Ist die Kamera beim Live Webcast nicht auf Augenhöhe, kann sie Sie untersichtig filmen.

Schauen Sie auf die Kamera herab, sieht Sie Ihr Zuschauer untersichtig. Die subtile Wirkung: Sie erheben sich über Ihren Zuschauer.

Auch wenn die Kamera auf Sie herab blickt, ist das alles andere als ein gutes Bild.

Schaut die Kamera auf Sie herab, nennt sich dies "Aufsicht". Die subtile Wirkung: Der Zuschauer steht über Ihnen und schaut auf Sie herab.


Headroom raus

Das ist ganz sicher der falsche Bildausschnitt.

Kennen Sie die Videotelefonate mit Freunden oder Verwandten, wenn diese nicht realisieren, was von ihnen zu sehen ist? Sie sehen vieles, nur nicht das Gesicht. Je näher das Handy bei einem Videotelefonat am Ohr, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie außer diesem nichts sehen. Oder Sie sehen die Decke. Was wollen Sie aber eigentlich sehen? Richtig – die Person. Bei einem Live Webcast oder Webinar ist das natürlich nicht anders. Je mehr unnötiges Beiwerk Sie sehen, desto unschöner wird das Bild. Zeigen Sie daher sich. Achten Sie darauf, dass über Ihrem Kopf nicht zu viel unnötiger Bildinhalt ist.


Weg vom Fenster beim Live Webcast

Wer vor einem hellen Fenster ein Webinar hält, ist beinahe immer automatisch zu dunkel.

Insofern Sie keine manuell konfigurierbare Webcam besitzen, sollten Sie bei Ihrem Live Webcast kein Fenster im Hintergrund haben. Wieso? Weil die Kamera sich automatisch an die Lichtverhältnisse anpasst, die sie aufzeichnet. Sie versucht das helle Fenster optisch auszugleichen. Sie verdunkelt sich. Das führt dazu, dass auch Sie dunkler werden. Bis man Sie gegebenenfalls nicht mehr ordentlich erkennen kann. Um dauerhaft dasselbe Aussehen zu haben, sollten Sie in einem Raum ohne Fenster sein. Das ist nicht zwangsläufig angenehm. Daher können Sie sich auch so positionieren, dass das Fenster vor Ihnen ist. Machen Sie aber die Jalousie runter, wenn die Sonne scheint. Sonst blinzeln Sie die ganze Zeit.


Die richtige Kleidung

Gemusterte Oberteile können zu einem Flimmern führen.

Wahrscheinlich gehen Sie zu einem Meeting auch in ordentlicher Kleidung, oder? Das sollte bei einem Live Webcast oder Webinar daher selbstverständlich sein. Doch auch ein anderer Aspekt ist wichtig. Tragen Sie möglichst Unifarben (also nichts Gestreiftes, kariertes, gekacheltes oder anderweitig verziertes) und möglichst keine grellen Farben. Beides hat einen technischen Hintergrund. Die Übertragung über das Internet funktioniert nie so, wie eine Aufzeichnung mit einer professionellen Kamera. Es findet immer eine Komprimierung des Videobildes statt. Je mehr Daten komprimiert werden müssen, desto mehr sieht man diese Komprimierung. Je mehr Streifen und Muster Ihre Kleidung hat, desto mehr Daten fallen an. Ergo wirkt Ihr Videobild (je nach Internetbandbreite) automatisch unsauberer, je mehr Struktur Ihre Kleidung hat.

Stark leuchtende Farben oder zu viele Muster in der Kleidung sind bei einem Live Webcast kontraproduktiv.

Bei grellen Farben verhält es sich ähnlich. Das Hauptproblem, dass die Videokompression bei bestimmten Farben (insbesondere Rot) Probleme hat, diese am Ende nicht als Einheitsbrei zu zeigen. Eventuell fällt es Ihnen hier und da auf: sobald Rot im Spiel ist, kommen nicht alle Kameras damit klar. Das Ergebnis: Ein optisch flächiges Bild, wo in der Realität noch Strukturen vorkommen. Das ist nicht nur bei Rot der Fall, dort aber stärker. Daher: lieber dezente Farben ohne starke Musterung. Damit sind Sie beim Live Webcast und Webinar auf der sicheren Seite.


Das richtige Aussehen

Ein wenig Abdeckpuder überdeckt nicht nur Hautunreinheiten sondern auch Glanz auf der Stirn.

Moderne Webcams liefern gestochen scharfe Bilder. Je besser die Bedingungen sind (Beispiel: Das Fenster vor Ihnen), desto mehr sieht man. Abstehende Haare, ein ungekämmter Bart, Schuppen auf den Schultern oder das Glänzen im Gesicht. Sie können sehr leicht dafür sorgen, dass Sie optisch vor der Kamera gut aussehen:

  • Haare kämmen ist Pflicht.
  • Auch ein Bart sollte gekämmt sein.
  • Ziehen Sie anstelle dunkler unifarbener Kleidung helle Kleidung an, sind keine Schuppen sichtbar.
  • Gegen Glänzen hilft simples Puder aus der Kosmetikabteilung.
  • Alternativ wischen Sie den Glanz mit Papier-Taschentüchern weg.
  • Prüfen Sie vor dem Live Webcast, ob Kragen und Krawatte ordentlich sitzen.
  • Reinigen Sie Ihre Brille intensiv.

Ran an die Webcam

Zu nah an der Webcam ist auch nicht gut.

Je nach Webcast-Größe oder nach Programm, sieht der Zuschauer Sie über den vollen Bildschirm oder klein neben anderen Teilnehmern. Gehen Sie daher nah an die Webcam heran. Den Zuschauer interessiert Ihr Gesicht. Das muss klar und deutlich erkennbar sein. Sitzen Sie zu weit weg von der Webcam, sieht der Zuschauer jede Menge anderer Dinge. Die Umgebung, Ihren Oberkörper und alles Mögliche mehr. Doch das ist uninteressant. In einem Meeting sitzen Sie auch nicht 10 Meter entfernt von der Person, mit der Sie direkt kommunizieren. Sie sind näher bei ihr. So ist das auch bei einem Live Webcast oder Webinar. Gehen Sie aber nicht so nah an die Kamera wie das obige Bild zeigt. Sonst wird es zu intim.


Schlechter Ton macht das gute Bild kaputt

Ein externes Mikrofon macht aus jedem Live Webcast auch tontechnisch etwas ganz besonderes.

Einen aufschlussreichen Beitrag über Ton schrieb Michel Doermer in seinem Blog „Was Sie schon immer über Videokonferenzen wissen wollten“. An dieser Stelle nur soviel: Sie sollten in einem Raum sitzen, der möglichst wenig hallt. Je mehr reflektierende Flächen (Fliesen, kahle Wände, große Fenster) vorhanden sind, umso mehr Hall entsteht. Das Mikrofon überträgt diesen und strengt Ihre Zuschauer an. Nutzen Sie zusätzlich ein hochwertiges externes Mikrofon, können Sie tontechnisch nichts falsch machen.


Leistungsklauer ausschalten

Während Ihres Webinars sollten keine unnötigen weiteren Programme laufen.

Für ein erfolgreiches Webcasting sollten auf dem Computer, den Sie nutzen, ausschließlich nötige Programme laufen. Alles, wirklich alles, was dem Live Webcast nicht unmittelbar nutzt, muss ausgeschaltet sein. Insofern Sie einen Super-Rechner mit jeder Menge Power haben, können Sie darauf verzichten, doch den haben wohl die wenigsten. Auch sollte während des Webinars oder Live Webcasts nichts Weiteres in Ihrem internen Internet passieren. Sie streamen live? Gleichzeitig läuft irgendwo im selben Netzwerk ein Download? Und woanders ein Upload? Oder es schaut noch jemand anderes irgendeine Livestream? Das ist ungünstig, denn Sie stehlen sich dadurch Bandbreite, die Sie für Ihren perfekten Live Webcast benötigen.


Sag Nein zu WLAN

Streamen Sie Ihren Live Webcast lieber über LAN.

LAN ist wesentlich stabiler als WLAN. Auch wenn Sie hervorragendes WLAN haben, ist es möglich, dass in dem Moment, in dem Sie Ihren Live Webcast durchführen, eine Störung stattfindet. Die Chance ist nicht hoch, doch sie ist da. Nutzen Sie von vornherein ein Kabel und streamen über Ihre LAN-Buchse, gehen Sie auf Nummer Sicher. Störungen sind so gut wie ausgeschlossen. Je nach Art des WLAN erreichen Sie gegebenenfalls auch nicht die nötigen Upload-Raten, die Sie für Ihren Live Webcast brauchen. Daher: Mit LAN sind Sie auf der absolut sicheren Seite.


Bonus-Tipp: Die richtige Technik

An dieser Stelle verweisen wir auf Chris Lavigne von Wistia. Er produzierte ein wundervolles Video rund um die Technik, die Sie für perfekte Live Webcasts benötigen. Klicken Sie auf das Bild oder einfach hier, um (in Englisch) mehr zu erfahren über "how to build a multi-camera streaming Setup".


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