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Fragen und Antworten rund um die Filmproduktion.

Welche Tonaufnahmeverfahren gibt es?

Im Normalfall zeichnen Sie Ton über ein Mikrofon auf. Es entsteht eine Luftschwingung, die sich bis zur Membran des Mikrofons fortsetzt. Diese wandelt sie in elektrische Signale. Diese Signale werden gespeichert. Es fand eine Tonaufnahme statt. Im Folgenden lassen wir die analoge Speicherung von Ton (in Form von Vinyl, Tape Recordern oder ähnlichem) außen vor. Im Falle der Videoproduktion kommt heutzutage beinahe ausschließlich die digitale Speicherung zum Tragen.

Einzelspuraufnahme und Mehrspuraufnahme

Der Unterschied zwischen Einzelspuraufnahmen und Mehrspuraufnahme zeigt sich in der nachträglichen Bearbeitung.

Ton liegt, vor allem im Filmbereich, auf mehreren sogenannten Spuren vor. Ein Videoschnittprojekt enthält also beispielsweise Tonspur 1, auf der ausschließlich der Sprecher zu hören ist. Auf Tonspur 2 sind Hintergrund-Geräusche zu hören. Auf Tonspur 3 ist nur Musik zu hören und auf Tonspur 4 gibt es ausschließlich Toneffekte. Die Anordnung der Spuren obliegt für gewöhnlich dem Videoproduzenten.

Gleichzeitig basiert auch das Stereo-Verfahren auf Spuren. Auf der linken Spur liegt der gesamte Ton, der auf dem linken Ohr zu hören ist. Auf der rechten Spur liegt der Ton, der auf dem rechten Ohr zu hören ist. Beim Mehrkanalton gibt es ebenfalls verschiedene Spuren. 5.1 Ton bedeutet beispielsweise, dass es fünf Tonspuren für die einzelnen Satelliten-Lautsprecher, sowie eine Tonspur für den Subwoofer gibt.

Sie sehen also, dass Ton in der Regel auf mehreren Spuren vorliegt. Bei der Mehrspuraufnahme wird Ton getrennt voneinander parallel auf verschiedene Spuren aufgezeichnet. Werden bei einem Konzert einzelne Instrumente aufgezeichnet, wird jedes auf eine eigene Spur aufgenommen. Im Nachhinein erfolgt dann die korrekte Abmischung.

Bei der Einzelspuraufnahme entfällt dieser Schritt. Die Abschmischung erfolgt quasi bereits während der Aufnahme. Ohne eine Zwischenspeicherung wird direkt das Summensignal gemischt. Der größte Vorteil ist, dass der technische Aufwand geringer ist. Der Nachteil einer Einzelspuraufnahme ist, dass Sie im Nachhinein nicht flexibel genug sind, einzelne Tonspuren umfangreich zu bearbeiten.

Richtcharakteristik und Spezialaufnahmen

An der Unterseite des Mikrofons ist zu sehen, dass sich die Richtcharakteristik umstellen lässt.

Eine sehr spezielle Form der Aufnahme, um mittels Kopfhörer einen möglichst räumlichen Eindruck zu erhalten, stellt die binaurale Aufnahme dar. Hierbei werden verschiedene Mikrofone auf einem künstlichen Kopf platziert. Diese Mikrofone zeichnen dann den Schall, der aus bestimmten Richtungen kommt, auf. Das Ergebnis ist, dass durch Kopfhörer im Nachhinein ein sehr räumliches Hörerlebnis möglich ist.

Wichtig dabei ist die sogenannte Richtcharakteristik eines Mikrofons. Im Videoproduktions-Bereich kommen hauptsächlich die Kugel-, die Nieren-, sowie die Keulen-Charakteristik zum Einsatz. Zudem gibt es noch die Acht, eine breite Niere, eine Superniere, sowie eine Hyperniere. Wir gehen nicht tiefer auf diese Thematik ein. Die Richtcharakteristik eines Mikrofons gibt im Prinzip an, woher der Schall auf das Mikrofon auftreffen muss, um aufgezeichnet zu werden. Eine ausführlichere Beschreibung gibt es im Fachmagazin Production Partner und direkt beim Soundprofi Neumann.

Was es mit dem Timecode auf sich hat

Ein Timecode ist ein digitaler Zeitstempel. Er sagt dem Wiedergabegerät, zu welcher Zeit es welchen Ton abspielt. Dies spielt eine Rolle, wenn unterschiedliche Töne zu verschiedenen Zeiten aufgezeichnet wurden, dann jedoch gleichzeitig wiedergegeben werden. Ein Beispiel hierzu:

In einem dreiminütigen Film kommen drei verschiedene Sprecher vor. Sprecher A spricht von Minute null bis eins. Sprecher B von Minute eins bis zwei und Sprecher C von zwei bis drei. Die Tonaufnahme erfolgt nun so, dass drei gleich lange Sprachaufnahmen entstehen. Sie dauern jeweils drei Minuten. Durch den Timecode wird nun definiert, dass die Aufnahme von Sprecher A nach einer Minute endet. Die folgenden zwei Minuten sind tonlos. Bei Sprecher B ist die erste und die letzte Minute tonlos. Bei Sprecher C sind die ersten beiden Minuten tonlos.

Durch den Timecode können nun diese drei Aufnahmen kombiniert werden.

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